Initiative Landau baut Zukunft

Stadt Landau in der Pfalz

Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft mit städtischer Beteiligung als neuer Akteur am Wohnungsmarkt

 

Die Wohnungsmarktanalyse und das Wohnraumversorgungskonzept haben die kleinteilige Eigentümerstruktur am Landauer Wohnungsmarkt herausgearbeitet, die es für die Stadt schwierig macht, im Bestand entscheidend Einfluss für mehr bezahlbaren Wohnraum geltend zu machen. Auch im Neubau lag der Investitionsschwerpunkt der letzten Jahre im hochpreisigen Wohnungsbau. Neu gebaute Wohnungen wurden nicht als Mietwohnungen mit mäßigem Mietzins auf dem Markt angeboten, sondern von Kapitalanlegern selbst genutzt oder tendenziell hochpreisig vermietet. Im Handlungsfeld „Akteure“ des Wohnraumversorgungskonzeptes wird deshalb auch herausgearbeitet, dass der initiierte Baugruppenprozess in Landau fortgeführt werden sollte, da er für Schwellenhaushalte die Möglichkeit bietet, selbst genutztes Wohneigentum zu moderaten Preisen zu bilden. Als eine weitere, wichtige Möglichkeit der Einflussnahme gerade im bezahlbaren Mietwohnungsbau wird die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft mit städtischer Beteiligung dargestellt. Der Bau städtischer Wohnungen ist in der Vergangenheit daran gescheitert, dass aufgrund der Haushaltssituation der Stadt Landau und unter Berücksichtigung der Haushaltsauflagen als KEF-Kommune andere Prioritäten mit den begrenzt zur Verfügung stehenden Finanzierungsmitteln gesetzt werden mussten. Darüber hinaus ist der Wohnungsbestand des GML von derzeit 262 Wohnungen zu gering, um hieraus eigenständig und ohne Fremdkapital liquide Mittel für Investitionen in nennenswertem Umfang zu generieren.

 

Deswegen ist die Gründung einer neuen Wohnungsbaugesellschaft geplant, in die von Seiten der Stadt die bisherigen städtischen Wohnungen und von Seiten stadtnaher Gesellschaften sowie eventuell auch über Bürgeranleihen Kapital zur Schaffung weiterer Wohnungen eingebracht wird. Mit diesem Modell kann dem Schutzbedürfnis bisheriger städtischer Mieter ebenso Rechnung getragen werden, wie dem Kreditlimit im städtischen Haushalt. Auch hinsichtlich personalvertretungsrechtlicher Belange ergeben sich wenige Veränderungen, da das Gebäudemanagement (GML) auch künftig mit der Verwaltung der Bestandswohnungen betraut werden soll.