Initiative Landau baut Zukunft

Stadt Landau in der Pfalz

Entwicklung weiterer Siedlungsflächen zur Deckung des Wohnraumbedarfs bis 2030

 

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass mittelfristig weitere 45 bis 65 Hektar Bauland entwickelt werden müssen, um dem Wohnungsbedarf der wachsenden Stadt Landau gerecht werden zu können. Der Flächennutzungsplan der Stadt Landau ist demnach im Bereich „Siedlungsflächenentwicklung“ umfassend fortzuschreiben. Mehr noch als in der Vergangenheit soll die Baulandentwicklung in städtischer Eigenregie erfolgen. Um diese strategische Zukunftsaufgabe aktiv und nachhaltig bewältigen zu können, bedarf es ergänzender Organisationsstrukturen in der Verwaltung, die mittelfristig in einer Baulandentwicklungsgesellschaft münden können.

 

Bis 2030 lassen sich im Stadtgebiet aktuellen Schätzungen zufolge rund 38 Hektar für rund 1.250 Wohnungen bzw. Häuser auf vorhandenen Baulandreserven realisieren. Knapp die Hälfte dieser Flächen befinden sich in den Stadtteilen, sie können nicht weiter erhöht werden, ohne funktionierende Dorfstrukturen nachhaltig zu gefährden. Der verbleibende Bedarf von rund 1.200 Wohneinheiten kann nicht dezentral in der Kernstadt abgedeckt werden. Vielmehr sollte nach dem Vorbild der großen Konversionsmaßnahmen im Quartier Vauban und im Wohnpark Am Ebenberg, wo 500 bzw. 900 Wohnungen entstanden sind bzw. entstehen werden, ein neuer Stadtteil entwickelt werden, der mit vorhandenen Siedlungsstrukturen verknüpft ist.

 

Die Verwaltung hat in den letzten Monaten geprüft, in welchen Bereichen der Stadt Entwicklungen dieser Größenordnung denkbar wären. Während im Osten der Stadt die Gewerbeentwicklung im Vordergrund steht und durch die BAB 65, die Bahntrassen und das Trinkwasserschutzgebiet erhebliche Restriktionen bestehen, begrenzt am südlichen Stadtrand das Naturschutzgebiet Ebenberg die Siedlungsentwicklung. Am nördlichen Stadtrand verhindert die B10 eine weitere Siedlungsentwicklung, so dass eine größere Stadterweiterung nur am westlichen Stadtrand sinnvoll erscheint.

 

Sowohl die Siedlungs- und Erschließungsstrukturen am westlichen Rand der Wollmesheimer Höhe als auch der Bereich südlich der Wollmesheimer Straße zwischen Lazarettgarten und dem Siedlungssplitter am Landhaus Lang sind prädestiniert für eine Stadterweiterung. Um in diesen Bereichen eine städtebauliche Neuordnung zur Deckung des prognostizierten Wohnraumbedarfs zeitnah vorzubereiten und zügig durchzuführen sowie um Bodenspekulationen zu vermeiden und frühzeitig mit den Eigentümern in Grunderwerbsverhandlungen einzusteigen, schlägt die Verwaltung vor, für diese Bereiche ähnlich wie im Rahmen der Konversion in den frühen 1990er Jahren die Einleitung vorbereitender Untersuchungen gem. §165 Abs. 4 Satz 3 i. V. m. §§ 137 – 141 Baugesetzbuch zu beschließen. Der Flächenumgriff für diese Untersuchungen ist hierbei sehr großzügig gefasst und wird auf Basis der aktuellen Prognosen nicht vollständig für den Wohnungsbau benötigt (Realisierung in Abschnitten). Um für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung aber maximale Verhandlungsspielräume zu haben, Freiflächenvernetzungen fortzuführen, ggf. zukünftige Bedarfe abbilden und auch naturschutzrechtlichen Ausgleichsverpflichtungen nachkommen zu können, sollen insgesamt rund 100 Hektar überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen in zwei Teilbereichen als Geltungsbereiche für die beschriebenen vorbereitenden Untersuchungen beschlossen werden.