Initiative Landau baut Zukunft

Stadt Landau in der Pfalz

Fragen und Antworten aus der Infoveranstaltung vom 28.04.16

Antworten auf die vorgebrachten Fragestellungen der Bürgerinnen und Bürger, die noch nicht in den FAQ zum Wohnraumversorgungskonzept und den Vorbereitenden Untersuchungen beantwortet sind.

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    1. Werden nur im Stadtgebiet Landau Flächen ausgewiesen oder wird auch interkommunale Zusammenarbeit betrieben?

    2. Wie lange bleibt Landau bei weiter zunehmendem Wachstum noch eine Mittelstadt? 

 3. Warum werden die Dörfer (z.B. bei der Ausstattung mit Infrastruktur) vernachlässigt?

    4. Kann der Status als „Schwarmstadt“ auch bedeuten, dass das Umland „ausblutet“ und sich alles Wachstum nur auf die Stadt konzentriert? 

    5. Der aktuelle Regionalplan stammt aus dem Jahr 2014. Kann dieser einfach geändert werden? Sind die damals zugrunde gelegten Daten falsch oder überholt?

    6. Der Plan der Untersuchungsflächen, der in der Zeitung veröffentlicht wurde, zeigt die Flächen A, B, C und D auf denen insgesamt ca. 1250 WE entstehen könnten. Demnach müssten alle diese Flächen entwickelt erden, um den prognostizierten Bedarf zu decken. Ist das richtig?

    7. Wo befinden sich die Ausgleichsflächen? Werden für die Ausgleichsflächen noch weitere landwirtschaftlich genutzte Flächen in Anspruch genommen?  

   8. Wie wird die Verkehrssituation in Südwest angepasst? Wohin fließt der zusätzliche Verkehr?

    9. Warum wird eine so weitreichende Entwicklung angestoßen? Sind die Konzepte flexibel genug, um in einigen Jahren nachsteuern zu können?

    10. Wurde bei der Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen berücksichtigt oder analysiert, wie viele Winzer- Existenzen auf dem Spiel stehen?

 11. Werden alte, bereits abgelehnte Planungen (z.B. Verlauf Landesstraße 509) wieder herangezogen oder umgesetzt?

      12. Wie ist das Abstimmungsergebnis im Stadtrat zur Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen ausgefallen?
        13. Wird die Konversion überhaupt noch abgeschlossen?
          14. Wie viel Prozent bezahlbarer Wohnraum sind bei den bereits umgesetzten Wohnbauvorhaben verwirklicht worden? Wie wird zukünftig sichergestellt, dass die entstehenden Wohneinheiten auch die „richtigen“ Personen bekommen (bezahlbarer Wohnraum)?
            15. Schafft das Angebot an Wohnflächen nicht erst den Bedarf nach Wohnfläche?
              16. Warum wird das Alleinstellungsmerkmal „größte weinbautreibende Stadt“ verworfen?
                17. Warum wird der Grünzug zwischen Wollmesheimer Höhe und Burgenviertel nicht berücksichtigt?
                  18. Warum wurden Zwischenergebnisse der Studie von Inwis nicht früher an die Bürger mitgeteilt?
                    19. Waren die Ergebnisse der Inwis-Studie bereits während der Wahl zum Oberbürgermeister bekannt?
                      20. Wurde der Landauer Weg der Bürgerbeteiligung missachtet?
                        21. Warum wurden das Abstimmungsverhalten der Ortsbeiräte bei der Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen nicht mehr beachtet?
                        22. Die Prognose endet 2030. Gibt es später Einwohnerverluste? Wird der demografische Wandel beachtet?

                        

                      1. Werden nur im Stadtgebiet Landau      Flächen ausgewiesen oder wird auch interkommunale Zusammenarbeit      betrieben?

                       

                        Die Stadt Landau in der Pfalz kann nur auf ihrem eigenen Gemeinde- bzw. Stadtgebiet städtebauliche Planungen beschließen. Grundlage ist die sog. Planungshoheit der Kommunen gem. Art. 28 GG i. V. m. § 1 BauGB. Auf freiwilliger Basis bzw. unter Zugrundelegung des § 204 BauGB können auch interkommunale Kooperationen bei städtebaulichen Planungen vereinbart werden. Aktuell bestehen dazu jedoch keine Überlegungen seitens der Verwaltung. 

                        

                      2. Wie lange bleibt Landau bei weiter      zunehmendem Wachstum noch eine Mittelstadt?

                       

                        Die regional- bzw. landesplanerische Einstufung als Mittelzentrum ist nicht an eine konkrete Bevölkerungszahl gebunden. Hier kommt es auf eine Vielzahl von Faktoren, wie z. B. die vorhandenen Infrastrukturen (Krankenhaus, Universität), die Einzelhandelszentralität und insgesamt die Bedeutung der Stadt für das Umland an (sog. räumlich-funktionale Beziehungen). Die Stadt Landau in der Pfalz hat keinen Einfluss darauf, wie die Einstufung erfolgt. Diese Einordnung in das sog. „Zentrale-Orte-System“ wird in den Planwerken des und des nach definierten Kriterien vorgenommen.

                       

                       

                      3. Warum werden die Dörfer (z.B. bei der      Ausstattung mit Infrastruktur) vernachlässigt?

                        Unsere Dörfer werden nicht vernachlässigt. Die Landauer Stadtdörfer definieren sich als eigenständige Orte und sind auch als solche wahrzunehmen. Auch in den Stadtdörfern wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Bauflächen geschaffen, in den Jahren 1990 bis 2012 insgesamt fast 500 Wohneinheiten. Damit partizipieren die Stadtdörfer entsprechend der Einwohnerverteilung zwischen Kernstadt und Stadtdörfern an der positiven Gesamtentwicklung der Stadt. Auch in den nächsten Jahren sind 500 von insgesamt prognostizierten 2500 Wohneinheiten bis zum Jahre 2030 in den Landauer Stadtdörfern vorgesehen.
                        Die Stadtdörfer haben die solide Situation, dass überwiegend soziale Einrichtungen (z. B. Kindertagesstätten, Schulen und Dorfgemeinschaftshäuser) vorhanden sind und ein intaktes Vereinsleben besteht.  
                        Darüber hinaus startet ab Sommer 2016 das Modellprojekt „Kommune der Zukunft“, welches in den nächsten drei bis vier Jahren mit finanzieller Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz in allen acht Stadtdörfern durchgeführt wird. Ziel des Modellprojektes ist es, im Rahmen eines moderierten dialogorientierten Prozesses, vorhandene Stärken und Schwächen des jeweiligen (Stadt-)Dorfes mit den dort lebenden Menschen herauszuarbeiten sowie passgenaue Leitlinien, Ziele, Lösungsansätze und konkrete Maßnahmen für das jeweilige (Stadt-)Dorf zu entwickeln. Auf dieser Basis gilt es, Maßnahmen und Projekte umzusetzen. Damit sollen sich die (Stadt-)Dörfer Landaus individuell für die sich abzeichnenden, vielschichtigen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft gut aufstellen.
                         4. Kann der Status als „Schwarmstadt“      auch bedeuten, dass das Umland „ausblutet“ und sich alles Wachstum nur auf      die Stadt konzentriert? 
                        Die gegenwärtige und auch die prognostizierte Situation stellen sich so dar, dass Landau vor allem von Fernwanderungen und von Wanderungen aus mittlerer Entfernung, z. B. aus der Westpfalz, profitiert. An die direkten Umlandgemeinden, die sich überwiegend positiv in den vergangenen Jahren entwickelt haben, hat Landau in den vergangenen Jahren nachweislich Bevölkerung verloren (ergänzend siehe Schaubild auf S. 19 des Wohnraumversorgungskonzepts). Wie sich dieser Trend der Wanderungen allerdings fortsetzt, kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Jedoch sprechen zum heutigen Zeitpunkt alle Parameter für keine gravierenden negativen Auswirkungen auf das Umland.
                        Die Steuerung dieser regionalen Wohnungsmarkt- bzw. Siedlungsentwicklung ist Aufgabe der Regionalplanung. Regionalplanerisches Ziel ist es darüber hinaus, die Mittelstädte in einem ländlich geprägten Umfeld weiterhin zu stärken, damit sie ihre Funktion und Bedeutung für das Umland als „Magnet“ weiterhin wahrnehmen und ausbauen können.
                         5. Der aktuelle Regionalplan stammt aus      dem Jahr 2014. Kann dieser einfach geändert werden? Sind die         damals      zugrunde gelegten Daten falsch oder überholt?
                          Der Regionalplan hat eine Laufzeit von 2006 bis 2020. Das abschließende Planwerk wurde allerdings erst im Jahre 2014 beschlossen. Das jetzt vorliegende Wohnraumversorgungskonzept hat eine Laufzeit bis 2030 und damit einen deutlich erweiterten Planungshorizont. Mittelfristig muss auch die Regionalplanung ihre Planung fortschreiben, um die Prognosezeiträume über 2020 hinaus zu berücksichtigen.  
                            Die Landau bis 2020 zugewiesenen „Zahlen bzw. Flächenkontingente“ zur Siedlungsentwicklung im Regionalplan von rd. 46 Hektar passen mit den im Rahmen des Wohnraumversorgungskonzepts ermittelten Bedarfen. Ein zusätzlicher Siedlungsbedarf entsteht auf Regionalplanebene erst nach dem Jahr 2020. Allerdings müssen jetzt bereits die Weichen für diese Entwicklungen gestellt werden, damit benötigtes Bauland ab 2020 bereitgestellt werden kann. Unter Berücksichtigung eines Planungsvorlaufs (Regionalplanänderung bzw. sog. Zielabweichungsverfahren von den Festlegungen des Regionalplans sowie Fortschreibung des Flächennutzungsplans der Stadt Landau) von erfahrungsgemäß zwei bis vier Jahren ist jetzt der richtige Zeitpunkt für entsprechende Planungsschritte.

                             

                              6. Der Plan der Untersuchungsflächen,      der in der Zeitung veröffentlicht wurde, zeigt die Flächen A, B, C und D      auf denen insgesamt ca. 1250 WE entstehen könnten. Demnach müssten alle diese      Flächen entwickelt werden, um den prognostizierten Bedarf zu decken. Ist      das richtig?
                                  Für ca. 1250 Wohneinheiten werden auf Basis einer ersten groben Schätzung und unter Zugrundelegung von Erfahrungswerten rund 55 ha Fläche (Summe der Teilflächen A, B, C und D) benötigt. Der Untersuchungsbereich ist mit den Teilflächen E und F sowie den Grünzügen zwischen vorhandener Bebauung entlang der Raimund-Huber-Straße und den Teilflächen D und F sowie entlang des Birnbachs deutlich umfassender ausgewiesen, um im weiteren Verfahren auch Alternativen prüfen zu können.
                                    Die Wohneinheiten können je nach Bebauungsdichte, die zukünftig im Detail in einem städtebaulichen Rahmenplan oder einem Bebauungsplan zu definieren ist, variieren. Aktuell wurde in der Vorstudie für die Bereiche C und D ein Dichtewert von 30 WE/ Hektar Bruttobauland (also inkl. Straßen, Grünflächen etc.) angenommen. In den Abschnitten A, B, E und F wurde ein reduzierter Wert von 25 WE/ha angenommen, um die Bebauung zum angrenzenden Landschaftsraum etwas aufzulockern. Außerdem wurden in Teilbereichen Mischnutzungen angenommen, also Flächen, auf denen nicht ausschließlich gewohnt werden soll, sondern zum Beispiel auch Platz für Infrastruktur ist.

                                     

                                      7. Wo befinden sich die      Ausgleichsflächen? Werden für die Ausgleichsflächen noch weitere      landwirtschaftlich genutzte Flächen in Anspruch genommen?
                                          Die Planung ist so ausgelegt, dass die Ausgleichsflächen teilweise bereits in den angenommen Flächengrößen berücksichtigt sind, z. B. durch Ortsrandeingrünungen und Grünzüge im Quartier oder entlang des Birnbachs. Darüber hinaus wird im Zuge der Voruntersuchungen geprüft, inwieweit die Ausgleichsflächen auch an anderer Stelle im Stadtgebiet, z. B. im Bereich des Naturschutzgebiets Ebenberg oder im Bereich des Stadtwaldes um den Taubensuhl, nachgewiesen werden können. Die abschließende Prüfung von Ausgleichsflächen erfolgt im Rahmen der Voruntersuchungen und auf Basis eines künftigen städtebaulichen Rahmenplans für das Areal.

                                           8. Wie wird die Verkehrssituation in      Südwest angepasst? Wohin fließt der zusätzliche Verkehr?

                                          Die verkehrlichen Auswirkungen werden im Rahmen der Voruntersuchungen ermittelt und unter Aufzeigen von verschiedenen Alternativen und Erschließungsvarianten dargestellt. 

                                            Allgemein kann festgehalten werden, dass eine städtebauliche Entwicklung in der Kernstadt gegenüber einer Entwicklung in den Landauer Stadtdörfern oder auch den Umlandgemeinden aus verkehrlichen Gründen zu bevorzugen ist. Kompakte Siedlungsstrukturen und die Nähe zur Innenstadt, zu Nahversorgungs- und Infrastruktureinrichtungen und zu Arbeitsplätzen reduzieren Pendlerströme.  

                                            

                                            9. Warum wird eine so weitreichende      Entwicklung angestoßen? Sind die Konzepte flexibel genug, um in einigen      Jahren nachsteuern zu können?
                                                Die ca. 100 ha der sog. Vorbereitenden Untersuchungen sind Prüfkulisse, der eigentliche Fehlbedarf an Siedlungsflächen beträgt etwas mehr als die Hälfte (siehe Frage 6). Die Konzepte werden im Rahmen der Voruntersuchungen erstellt und werden so flexibel ausgelegt sein, dass sie auf Nachfrageveränderungen reagieren können – durchaus auch in der Form, dass bei einbrechender Nachfrage Abschnitte nicht entwickelt werden. Die Entwicklung der Flächen erfolgt bauabschnittsweise, wie z. B. im Rahmen der Konversion. Die Stadt ist Herrin des Verfahrens (da Grundstückseigentümerin) und kann auf eine geänderte Nachfrage somit auch tatsächlich reagieren. Ein Monitoring des Wohnraumversorgungskonzepts und der Wohnraumbedarfe ist alle drei Jahre vorgesehen. So soll sichergestellt werden, dass nicht über den Bedarf hinaus geplant und gebaut wird.

                                                 

                                                  10. Wurde bei der Einleitung der Vorbereitenden      Untersuchungen berücksichtigt oder analysiert, wie viele Winzer-      Existenzen auf dem Spiel stehen?
                                                      Diese Erhebung erfolgt im Rahmen der Voruntersuchungen. Eigentümer und Pächter der betroffenen Flächen werden um Auskunft gebeten, um die Betroffenheit einschätzen und abwägen zu können.  Mit den Winzern erfolgt ein regelmäßiger Austausch, die Belange werden mit Priorität geprüft.

                                                       

                                                        11. Werden alte, bereits abgelehnte Planungen      (z.B. Verlauf Landesstraße 509) wieder herangezogen oder umgesetzt?
                                                            Die zitierten alten Planungen sind bzgl. der Landauer Südwestumgehung (durch den Grünstreifen zwischen Wollmesheimer Höhe und Burgenviertel weiter zur Weißenburger Straße sind bekannt und werden aber seitens der Stadt Landau nicht mehr weiterverfolgt. Andere benannte ehemalige großräumige Verkehrsplanungen, z. B. die weiträumige Verlegung der L509, sind nicht bekannt. Die verkehrlichen Belange werden im Rahmen der Voruntersuchungen – siehe Frage 8 – ergebnisoffen dargelegt.

                                                             

                                                              12. Wie ist das Abstimmungsergebnis im      Stadtrat zur Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen ausgefallen?
                                                                  Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 01.03.2016 wie folgt abgestimmt:
                                                                    Zustimmung: 23 Stimmen
                                                                      Ablehnung: 17 Stimmen
                                                                        Enthaltung: keine

                                                                         

                                                                          13. Wird die Konversion überhaupt noch      abgeschlossen?
                                                                              Die Konversion der ehem. militärischen Liegenschaften wird bis 2020/2021 voraussichtlich abgeschlossen sein. In diesem Zeitraum werden im „Wohnpark Am Ebenberg“ weitere ca. 500 Wohneinheiten realisiert. Insgesamt sind dann in den vergangenen 25 Jahren rund 2.500 Wohneinheiten auf ca. 100 ha ehem. militärisch genutzter Fläche entstanden.
                                                                                Darüber hinaus soll die ehem. Bahnfläche südlich der Horstbrücke entwickelt werden (bis zu 250 Wohneinheiten ab 2020).  

                                                                                 

                                                                                  14. Wie viel Prozent bezahlbarer      Wohnraum sind bei den bereits umgesetzten Wohnbauvorhaben verwirklicht      worden? Wie wird zukünftig sichergestellt,      dass die entstehenden Wohneinheiten auch die „richtigen“ Personen bekommen      (bezahlbarer Wohnraum)?
                                                                                      In Landau insgesamt sind ca. 420 Sozialwohnungen (Stand Mai 2016) vorhanden. Der Bedarf steigt, gleichzeitig fallen vorhandene Sozialwohnungen in den nächsten Jahren aus der sog. Zweckbindung. Daher hat der Stadtrat beschlossen, zunächst zwei Baufelder im „Wohnpark Am Ebenberg“ für eine anteilige Realisierung von sozialem Wohnungsbau mit Mietpreisbindung vorzusehen. Das Baufeld 10 war Gegenstand der Grundstücksausschreibung im „Wohnpark Am Ebenberg“ im Jahre 2015. Hier werden ab 2017 ca. 70 Sozialwohnungen entstehen.  Auch an der Dörrenbergstraße südlich des Quartier Vauban hat die Stadt Landau ein Grundstück mit der Maßgabe veräußert, dort sozialen Wohnungsbau zu realisieren. Ab 2017 werden dort ca. 40 Wohneinheiten entstehen. Darüber hinaus sind weitere Baufelder für die Realisierung von sozialem Wohnungsbau im „Wohnpark Am Ebenberg“ vorgesehen. Ebenfalls bietet sich die ehem. Bahnfläche südlich der Horstbrücke für die Realisierung von anteiligem sozialem Wohnungsbau ab 2020 an.  
                                                                                        Insgesamt ist zwischen sozialem Wohnungsbau und bezahlbarem Wohnraum zu unterscheiden. Der soziale Wohnungsbau unterliegt festgelegten Mietobergrenzen und definierten Wohnungsgrößen. Unter bezahlbarem Wohnraum sind zum einen Mietobjekte zu verstehen, die die festgelegten Wohnungsgrößen überschreiten und deren Miete geringfügig über den Mietobergrenzen liegt. Zum anderen umfasst der bezahlbare Wohnraum auch kostengünstige Einfamilienhäuser in verdichteter Bauweise (Doppel- und Reihenhäuser) auf kleinen Grundstücken, die auch von einer jungen Durchschnittsfamilie finanziert werden können.
                                                                                          Die Stadt kann beim Verkauf der städtischen Flächen steuern und Flächen nach bestimmten Kriterien vergeben, z. B. zur Schaffung von sozialem Wohnungsbau oder zur kostengünstigen Bebauung durch Landauer Familien mit Kindern. Eine entsprechende Vergaberichtlinie ist aktuell in Vorbereitung.
                                                                                            Ergänzend sei angemerkt, dass im Rahmen der Initiative „Landau baut Zukunft“ eine Wohnungsbaugesellschaft gegründet wird. Diese wird sich intensiv mit der Schaffung von sozialem und ggf. auch bezahlbarem Wohnraum beschäftigen und aktiv dieses Segment des Wohnungsmarktes bedienen.

                                                                                             

                                                                                              15. Schafft das Angebot an Wohnflächen      nicht erst den Bedarf nach Wohnfläche?
                                                                                                  Zunächst ist festzustellen, dass der Bedarf an Wohnfläche pro Person immer weiter steigt und gleichzeitig die Haushaltsgröße, also die Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben, immer weiter abnimmt. Dies führt zu einem erhöhten Bedarf an Wohnfläche, ohne dass mehr Leute nach Landau hinzuziehen. Darüber hinaus ist es ist immer so, dass Angebot und Nachfrage korrelieren. Gibt es kein Angebot, bleibt aber immer ein gewisser Anteil an Nachfrage. Umgekehrt wirkt ein hohes Angebot auch immer so, dass die Nachfrage steigt. Die Berücksichtigung dieser Zusammenhänge und ihre Projektion in die Zukunft sind methodisch korrekt. Im Wettbewerb mit anderen Städten ist es das Ziel der Stadt Landau, durch adäquate Angebote auf dem Wohnungsmarkt um Menschen von außen zu werben oder Menschen an die Stadt zu binden, damit sie Teil des städtischen Gemeinwesens werden und dauerhaft zu einer altersdurchmischten Stadtgesellschaft beitragen. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel werden Städte, die Wohnangebote für junge Menschen und Familien bzw. junge Erwerbstätige insgesamt schaffen, langfristig deutlich profitieren und die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft besser bewältigen können. Außerdem wird dem Fachkräftemangel vorgebeugt, was für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort immens wichtig ist.

                                                                                                   

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                                                                                                        Das Alleinstellungsmerkmal wird nicht verworfen. Die genaue Flächeninanspruchnahme von Weinbergen wird im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen ermittelt. Ziel ist es, dringend benötigtes Wohnbauland zu schaffen und weiterhin größte weinbautreibende Gemeinde Deutschlands zu bleiben.

                                                                                                         

                                                                                                        17. Warum wird der Grünzug zwischen      Wollmesheimer Höhe und Burgenviertel nicht berücksichtigt?

                                                                                                            Der Grünzug hat eine ökologische Funktion, u. a. dient er der wichtigen Frischluftzufuhr für die Stadt sowie der Vernetzung von Freiraumelementen. Eine Bebauung wäre theoretisch denkbar, würde allerdings ökologische Nachteile bedeuten. Eine zusammenhängende Entwicklung neuer Bauflächen wird  unter ökologischen Aspekten und unter stadtstrukturellen Gegebenheiten als sinnvoller erachtet, als die Bebauung wichtiger Grünvernetzungen im Stadtgebiet. Darüber hinaus handelt es sich bei der angefragten Fläche auch um eine Außenentwicklung, dort würde ebenso Boden versiegelt wie im Voruntersuchungsbereich.

                                                                                                           

                                                                                                            18. Warum wurden Zwischenergebnisse      der Studie von Inwis nicht früher an die Bürger mitgeteilt?
                                                                                                                Die (Zwischen-)Ergebnisse zum Wohnraumversorgungskonzept wurden im Dezember 2015 als auch im Februar 2016 in öffentlicher Sitzung des Hauptausschusses vorgestellt. Im April 2016 erfolgte eine öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung. Die Bürger hatten demnach die Möglichkeit, sich frühzeitig über das Konzept und die (Zwischen-)Ergebnisse zu informieren.

                                                                                                                 

                                                                                                                19. Waren die Ergebnisse der Inwis-      Studie bereits während der Wahl zum Oberbürgermeister bekannt?

                                                                                                                    Nein. Erste Zwischenergebnisse der Bevölkerungs- und Haushaltsprognose waren den Fachämtern im Herbst 2015, also nach der Oberbürgermeisterwahl bekannt. Mit der Stadtspitze wurden die Ergebnisse und insbesondere die räumlichen Auswirkungen (Notwendigkeit großer Siedlungsflächenausweisungen über die Konversion hinaus) erstmals im November 2015 erörtert.

                                                                                                                   

                                                                                                                    20. Wurde der Landauer Weg der      Bürgerbeteiligung missachtet?
                                                                                                                        Der Landauer Weg der Bürgerbeteiligung ist formal noch nicht eingeführt. Die Stelle in der Verwaltung wurde erst zum 01.05.2016 besetzt. Darüber hinaus gilt es zunächst die Rahmenbedingungen zu schaffen (u. a. die Gründung des sog. Beteiligungsrates), damit der Landauer Weg der Bürgerbeteiligung wie vom Stadtrat beschlossen umgesetzt werden kann.

                                                                                                                         

                                                                                                                        21. Warum wurden das      Abstimmungsverhalten der Ortsbeiräte bei der Einleitung der vorbereitenden      Untersuchungen nicht mehr beachtet?

                                                                                                                              Die Ortsbeiräte in Arzheim und Wollmesheim wurden gem. der Hauptsatzung der Stadt Landau in die o. g. Entscheidung eingebunden, da Flächen der Gemarkungen Arzheim und Wollmesheim betroffen sind. Die abschließende Entscheidung trifft lt. Hauptsatzung jedoch der Stadtrat. Im vorliegenden Fall hat der Stadtrat anders entschieden als die beiden Ortsbeiräte, weil nicht nur Interessen der beiden Stadtteile abgewogen werden mussten, sondern gesamtstädtische Interessen.

                                                                                                                             

                                                                                                                              22. Die Prognose endet 2030. Gibt es      später Einwohnerverluste? Wird der demografische Wandel beachtet?
                                                                                                                                Der demografische Wandel wird im Wohnraumversorgungskonzept berücksichtigt. Wie die Entwicklung nach 2030 weitergeht lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sicher prognostizieren. Je länger die Laufzeit von Prognosen ist, desto unsicherer sind die Ergebnisse. Prognosen über einen Zeitraum vom 10-15 Jahren sind aber durchaus üblich und anerkannt. Prognosen über einen Zeitraum von 20 – 30 Jahren oder gar darüber hinaus sind weniger verlässlich, hier handelt es sich letztlich um Szenarien, die keine fundierte Grundlage einer Planung sein können.
                                                                                                                                  Die Prognosen und Bedarfe des Wohnraumversorgungskonzepts werden künftig regelmäßig überprüft (Monitoring). Ggf. notwendige Anpassungen, z. B. des Wohnraumbedarfs und der benötigen Bauflächen, werden vorgenommen.